3 Säulen der Altersvorsorge: Sicherung des Lebensstandards im Alter

Mit den 3 Säulen der Altersvorsorge gelingt es, sich optimal auf die Zeit im Ruhestand vorzubereiten und den Lebensstandard zu sichern. Neben der gesetzlichen bilden die private und die betriebliche Rente das Fundament der Altersvorsorge.

3 Säulen der Altersvorsoge: Warum die gesetzliche Rentenversicherung nicht ausreicht

Beim Blick auf die monatliche Gehaltsabrechnung haben viele Arbeitnehmer das Gefühl, schon sehr viel für ihre Altersvorsorge zu tun, denn die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung sind mit derzeit 18,6 Prozent hoch, Tendenz steigend. Dennoch ist es unverzichtbar, die gesetzliche Rentenversicherung zu ergänzen, denn nur mit 3 Säulen der Altersvorsorge kann man die zu erwartende Rentenlücke schließen.

Diese Lücke wird immer größer, weil das Rentenniveau sukzessive herabgesetzt wird. Das Rentenniveau ist die Relation zwischen dem Durchschnittsverdienst und der Standardrente nach 45 Berufsjahren (mit einem Durchschnittsverdienst) und hat sich wie folgt entwickelt:

  • 2004 52,9 Prozent
  • 2013 48,7 Prozent
  • 2014 47,9 Prozent
  • 2015 47,5 Prozent
  • 2016 48,0 Prozent
  • 2017 48,2 Prozent
  • 2018 48,1 Prozent
  • 2020 46 Prozent
  • 2030 43 Prozent

Berücksichtigt man, dass eine große Zahl der Arbeitnehmer keine 45 Beitragsjahre aufweisen können, weil Zeiten der Arbeitslosigkeit, Kinderbetreuung und ein später Eintritt ins Berufsleben dies verhinderten, wird die Rentenlücke für viele Menschen sogar noch größer werden. Umso wichtiger ist es, dass die finanzielle Sicherheit im Alter auf 3 Säulen der Altersvorsorge basiert.

Besonders junge Berufstätige sollten frühzeitig damit beginnen, für den Ruhestand zu sparen, denn dadurch können sie die monatliche Belastung senken. Bei der Zusammenstellung des persönlichen Konzepts der Altersvorsorge muss man außerdem individuelle Anforderungen berücksichtigen, um ein optimale Absicherung zu erreichen. Profis wie Sven Thieme von der Competent Investment helfen dabei.

Video: 3 Säulen Modell der Altersvorsorge – einfach erklärt #002

Welches sind die 3 Säulen der Altersvorsorge?

In Deutschland werden die folgenden 3 Säulen der Altersvorsorge unterschieden:

  • Gesetzliche Rentenversicherung
  • Geförderte Alterssicherung
  • Ungeförderte Privatrente

3 Säulen der Altersvorsorge: Gesetzliche Rentenversicherung

Die erste der 3 Säulen der Altersvorsorge kann nur als Basissicherung betrachtet werden, denn das Rentenniveau nimmt aufgrund der demografischen Entwicklung stetig ab. Zu dieser Basisversorgung zählen auch die Rente einer berufsständischen Versorgung sowie die Rürup-Rente.

3 Säulen der Altersvorsorge: Geförderte Alterssicherung

Diese Säule ist vor allem für Arbeitnehmer interessant. Sie umfasst die betriebliche Altersvorsorge, die gesetzlich gefördert wird sowie Riesterverträge. Eine umfassende Beratung ist die beste Möglichkeit, mit den Beiträgen einen möglichst großen Effekt zu erzielen, denn die Vielzahl der Möglichkeiten ist für Laien nur schwer zu durchschauen.

3 Säulen der Altersvorsorge: Ungeförderte Privatrente

Die dritte Säule bezieht sich auf das private Sparen für die Altersvorsorge, für das es keine Förderung gibt. Hierzu zählen insbesondere Kapitallebensversicherungen, private Rentenversicherungen, aber auch Fondssparpläne.

Wie kann man die Altersversorgung optimieren?

Während alle Arbeitnehmer über die gesetzliche Rente abgesichert sind, fehlt sehr vielen Menschen die Komponente der Rürup-Rente oder einer berufsständischen Altersvorsorge und die anderen beiden Säulen werden leider ebenfalls viel zu oft völlig vernachlässigt.

Um das nicht zu unterschätzende Problem der Altersarmut zu vermeiden, ist es nötig, bereits sehr frühzeitig mit dem Sparen zu beginnen. Zunächst ist es wichtig, sich Gedanken darüberzumachen, wie hoch die persönliche Rentenlücke ausfallen wird und darauf basierend eine Strategie zu entwickeln, um diese Lücke zu schließen.

 

Welchen Finanzbedarf wird man im Ruhestand haben

Welchen Finanzbedarf wird man im Ruhestand haben (#02)

Schrittweise Ermittlung des persönlichen Finanzbedarfs im Ruhestand

Zunächst erfolgt eine Bestandsaufnahme, damit die Erarbeitung einer Strategie für die Altersversorgung auf verlässlichen Daten und Fakten basiert.

  1. Welchen Finanzbedarf wird man im Ruhestand haben?
  2. Mit welchen Einkünften kann man rechnen?
  3. Welchen Einfluss hat die Inflation?
  4. Wie hoch wird die Steuerlast sein?
  5. Wie viel kann man monatlich für die Alterssicherung sparen?
  6. Wie sollte man die Sparraten einsetzen?
  • Welchen Finanzbedarf wird man im Ruhestand haben?
    Als Rentner hat man weniger Ausgaben zu bewältigen und deshalb ist der Finanzbedarf im Ruhestand nicht so hoch. Wer ein Wohneigentum besitzt, das im Rentenalter abbezahlt ist, spart die Miete. Allerdings sollten auch Haus- oder Wohnungseigentümer berücksichtigen, dass monatlich Geld für Reparaturen und Renovierungsarbeiten zurückgelegt werden muss. Außerdem fallen alle mit der Berufstätigkeit zusammenhängenden Kosten weg. Es kommen jedoch auch neue Kosten hinzu, wenn man beispielsweise den Ruhestand nutzen möchte, um Hobbys zu pflegen und zu reisen. Im Durchschnitt wird ein Finanzbedarf angenommen, der etwa 70 bis 80 Prozent des letzten Nettoeinkommens vor dem Rentenbeginn beträgt. Diese Summe sollte man also zur Verfügung haben, um seinen Lebensstandard zu halten.
  • Mit welchen Einkünften kann man rechnen?
    Jedes Jahr erhalten Erwerbstätige die sogenannte Renteninformation, aus der ersichtlich wird, wie hoch die Rente aller Wahrscheinlichkeit nach ausfallen wird. Dabei werden auch mehrere Szenarien im Hinblick auf die zu erwartenden Rentensteigerungen berücksichtigt. Hinsichtlich privater Renten, Betriebsrenten, Zahlungen aus Fondssparplänen oder Mieteinnahmen kann man ebenfalls eine Prognose auf die Höhe der Einkünfte im Rentenalter anstellen. Aus der Summe der Einkünfte ergibt sich dann das im Ruhestand zur Verfügung stehende monatliche Einkommen, welches mit dem zuvor ermittelten Finanzbedarf verglichen wird. Bei den meisten Arbeitnehmern wird das Ergebnis ein Defizit sein, das es zu decken gilt.
  • Welchen Einfluss hat die Inflation?
    Die Inflation hat einen Einfluss auf den Finanzbedarf, aber auch auf das zu erwartende Einkommen und sollte unbedingt adäquat berücksichtigt werden. Kann man in 25 Jahren mit einer monatlichen Summe aller Einkünfte von 2.000 Euro rechnen, so beträgt die Kaufkraft bei einer Inflationsrate von zwei Prozent nur noch 1.345 Euro.

Nicht nur die Inflation, sondern auch die Steuern und Sozialabgaben reduzieren das im Ruhestand zur Verfügung stehende Einkommen.Nicht nur die Inflation, sondern auch die Steuern und Sozialabgaben reduzieren das im Ruhestand zur Verfügung stehende Einkommen.

  • Wie hoch wird die Steuerlast sein?
    Nicht nur die Inflation, sondern auch die Steuern und Sozialabgaben reduzieren das im Ruhestand zur Verfügung stehende Einkommen. Für die Kranken- und Pflegeversicherung sollten bei der gesetzlichen Rente 12 Prozent und bei der betrieblichen Rente 19 Prozent angesetzt werden. Steuern fallen nach Überschreiten eines Grundfreibetrags an, der 2018 bei 9.022 Euro pro Jahr liegt.
  • Wie viel kann man monatlich für die Alterssicherung sparen?
    Jetzt erfolgt die Ermittlung des Betrags, den man für die Altersvorsorge monatlich aufwenden kann. Die Berechnung wird erleichtert, wenn man sich mit einem Haushaltsbuch einen Überblick über die monatlichen Einnahmen und Ausgaben verschafft. Bei den Ausgaben werden auch finanzielle Mittel für die Ausbildung der Kinder, Versicherungen und Rücklagen berücksichtigt, um einen realistischen Wert über das frei verfügbare Einkommen zu erhalten.
  • Wie sollte man die Sparraten einsetzen?
    Der im fünften Schritt errechnete monatliche Überschuss sollte nun möglichst rentabel eingesetzt werden, um einen maximalen Effekt für die Alterssicherung zu erzielen. Das Geld kann jedoch nicht vollständig für die Altersvorsorge eingesetzt werden, denn zunächst muss ein Existenzschutz gewährleistet sein. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung, eine Haftpflichtversicherung und eine Risikolebensversicherung sind unverzichtbar. Darüber hinaus benötigt jeder Haushalt eine Liquiditätsreserve für ungeplante Ausgaben, die zwischen zwei und fünf Netto-Monatseinkommen betragen sollte. Bei der Planung der Alterssicherung ist außerdem ein Finanzgrundsatz wichtig: Zunächst werden Schulden getilgt und erst dann kann man Geld anlegen. Dispo-Zinsen betragen meist mehr als zehn Prozent, wohingegen Spareinlagen mit weniger als einem Prozent verzinst werden, sodass der Abbau von Schulden rentabler ist als der Aufbau von Kapital.

Erst nachdem alle Punkte berücksichtigt wurden, kann man den monatlichen Überschuss für die Aufstockung der Privatrente nutzen, um die Rentenlücke zu schließen.

Video: Wie funktioniert Altersvorsorge?

3 Säulen der Altersvorsorge: Welches ist die optimale Strategie?

Wenn es darum geht, die 3 Säulen der Altersvorsorge möglichst optimal zu gestalten, ist eine kompetente Beratung der erste Schritt. Nach einer professionellen Beratung, die die individuellen Voraussetzungen berücksichtigt, kann man die Entscheidungen auf Basis von Fakten treffen. Da die Sparzinsen sich derzeit auf einem historisch niedrigen Niveau befinden, bieten Alternativen wie Fondssparpläne eine lukrativere Möglichkeit, für das Alter vorzusorgen.

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor dafür, im Alter ausreichend Geld zur Verfügung zu haben, ist der möglichst frühe Beginn der Sparphase. Auch wenn es jungen Menschen, die erst ein paar Jahre berufstätig sind, unsinnig erscheint, bereits mit 25 für die Zeit in vierzig Jahren oder später zu sparen, ist dies die beste Möglichkeit, mit relativ überschaubaren monatlichen Beträgen vorzusorgen.

Wenn man sich für eine Strategie zur Optimierung der Altersversorgung entschieden hat, heißt das nicht, dass diese die ganze Zeit bis zum Ruhestand unveränderlich bestehen bleibt. Veränderte Zinsen oder andere Anlageformen müssen immer wieder berücksichtigt werden und auch eine Neuberechnung der zu erwartenden Rentenlücke sollte alle paar Jahre vorgenommen werden. Auf diese Weise schützt man sich vor bösen Überraschungen beim Eintritt ins Rentenalter und kann seinen Ruhestand genießen.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Ljupco Smokovski   -#01: Africa Studio -#02:  JPC-PROD

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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