Direktversicherung Gehaltsumwandlung: So wird’s gemacht!

Eine Direktversicherung hilft dabei, einen hohen Lebensstandard im Alter sicherzustellen. Um die Kosten zu begleichen, können Sie eine Gehaltsumwandlung vornehmen. Hier erfahren Sie, wie Sie dabei vorgehen und wann sich der Abschluss dieser Versicherung lohnt.

Wohlstand im Alter: Eine gute Vorsorge ist sehr wichtig

Die Altersvorsorge ist eines der wichtigsten gesellschaftlichen Themen unserer Zeit und stellt eine enorme Herausforderung dar. Über viele Jahrzehnte hinweg war es ausreichend, dass die Arbeitnehmer einen Teil ihres Einkommens in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben. Wenn sie das Renteneintrittsalter erreicht haben, erhielten sie einen monatlichen Betrag, der das Auskommen sicherstellte.

Das Grundprinzip dieses Systems ist der Generationenvertrag. Dieser besteht darin, dass die jüngeren Generationen, die aktuell erwerbstätig sind, die älteren Menschen, die bereits im Ruhestand sind, versorgen. Wer während seiner Berufstätigkeit die Beiträge für die ältere Generation bezahlt, erwirbt sich damit das Recht, im Alter ebenfalls eine Rente zu erhalten.

Dieses System ist jedoch nicht mehr haltbar. Einer der wesentlichen Gründe dafür besteht darin, dass die Lebenserwartung stark angestiegen ist. Das führt dazu, dass die Dauer des Rentenbezugs ebenfalls deutlich länger ist als früher. Gleichzeitig ist die Geburtenrate sehr gering. Daher gibt es vergleichsweise wenige junge Menschen. Das hat zur Folge, dass sich das Verhältnis zwischen Erwerbstätigen und Rentnern immer mehr zugunsten der Rentner verlagert. Deshalb werden die Zahlungen durch die gesetzliche Rentenversicherung immer geringer. Aus diesem Grund steigt das Risiko für die Altersarmut.

Armutsgefährdungsquote nach Alter (in Prozent der Bevölkerung)
2016 2017
Unter 18 Jahren 15,2 15,4
18 bis 64 Jahre 16,0 16,4
Ab 65 Jahren 17 17,7
Gesamt 16,1 16,5

Diese Tabelle zeigt, dass das Risiko, unter Armut zu leiden, gerade für Personen ab 65 Jahren besonders groß ist. Um Armut im Alter zu vermeiden, ist es wichtig, selbst vorzusorgen. Eine Möglichkeit hierfür stellt es dar, eine Gehaltsumwandlung für eine Direktversicherung vorzunehmen.

Um die Defizite, die die gesetzliche Rentenversicherung mittlerweile aufweist, abzufangen, hat der Gesetzgeber weitere Möglichkeit für die Altersvorsorge eingeführt. Durch weitere Vorsorgemaßnahmen soll eine gute Versorgung im Alter erreicht werden.

Um die Defizite, die die gesetzliche Rentenversicherung mittlerweile aufweist, abzufangen, hat der Gesetzgeber weitere Möglichkeit für die Altersvorsorge eingeführt. Durch weitere Vorsorgemaßnahmen soll eine gute Versorgung im Alter erreicht werden.(#01)

Betriebliche Altersversorgung: Ein wichtiges Standbein für den Lebensunterhalt im Alter

Um die Defizite, die die gesetzliche Rentenversicherung mittlerweile aufweist, abzufangen, hat der Gesetzgeber weitere Möglichkeit für die Altersvorsorge eingeführt. Durch weitere Vorsorgemaßnahmen soll eine gute Versorgung im Alter erreicht werden. Die gesetzliche Rentenversicherung stellt dabei nach wie vor das wesentliche Standbein der Bezüge der Rentner dar.

Die übrigen Vorsorgeformen dienen lediglich als Ergänzung dazu. Um einen hohen Lebensstandard im Alter zu gewährleisten, kommen die private und die betriebliche Altersversorgung infrage. Für beide Alternativen gibt es staatliche Zuschüsse. Dieser Beitrag befasst sich mit der Direktversicherung. Diese gehört zur betrieblichen Altersversorgung. Immer mehr Arbeitnehmer nehmen diese in Anspruch.

Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung (in Prozent)
2001 2014 2015
Betriebsstätten 31 49 49
Beschäftigte 38 48 47

Unterschiedliche Formen der betrieblichen Altersversorgung

Wenn Sie sich für die betriebliche Altersversorgung entscheiden, dann gibt es hierfür mehrere Möglichkeiten. Dabei ist es wichtig, zu beachten, dass hierüber jedoch der Arbeitgeber entscheidet. Dieser ist zwar dazu verpflichtet, Ihnen eine Möglichkeit für die betriebliche Altersversorgung zu bieten. Allerdings ist es nicht verbindlich, dass er Ihnen dabei alle Auswahlmöglichkeiten bereitstellt.

Die Pensionskasse und die Direktversicherung beruhen beide auf dem Prinzip der Kapitallebensversicherung. Die Unterschiede sind dabei nur minimal. Bei einem Pensionsfonds wird das Geld für die Altersversorgung in Fonds angelegt. Das bringt zwar ein etwas höheres Risiko mit sich. Allerdings sind die Aussichten auf eine gute Rendite dabei höher. Bei diesen Formen der betrieblichen Altersversorgung beauftragt der Arbeitgeber ein externes Unternehmen mit der Verwaltung der Gelder. Er kann diese Aufgabe jedoch auch selbst übernehmen.

Wenn es zu einer Direktzusage kommt, legt das Unternehmen das Geld selbst an – allerdings stets unter Berücksichtigung der hierfür geltenden gesetzlichen Bestimmungen. Eine weitere Alternative stellt die Unterstützungskasse dar. Auch hierbei investiert das Unternehmen die verwalteten Gelder selbst. Sie kommen in erster Linie für Investitionen im eigenen Betrieb zum Einsatz.

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Verbreitung der verschiedenen Vorsorgeformen.

Verbreitung der verschiedenen Arten der betrieblichen Altersversorgung
2001 2012 2013 2014 2015
Pensionskassen 1.389 4.786 4.794 4.759 4.766
Pensionsfonds 391 403 414 435
Direktversicherung 4.205 4.805 4.919 5.002 5.117
Direktzusage/Unterstützungskasse 3.861 4.730 4.754 4.732 4.710

 

Aus diesen Werten wird deutlich, dass die Direktversicherung die beliebteste Form der betrieblichen Altersversorgung darstellt. Darüber hinaus zeigt die Tabelle, dass sich immer mehr Menschen dazu entschließen, sich auf diese Weise abzusichern.

Wenn Sie im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung eine Direktversicherung abschließen, dann kommt es dabei zu einer Gehaltsumwandlung. Diese wird häufig auch als Entgeltumwandlung bezeichnet.

Wenn Sie im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung eine Direktversicherung abschließen, dann kommt es dabei zu einer Gehaltsumwandlung. Diese wird häufig auch als Entgeltumwandlung bezeichnet.(#02)

Direktversicherung: Was zeichnet diese Form der Altersvorsorge aus?

Die Direktversicherung beruht auf dem Prinzip der Kapitallebensversicherung. Der einzige Unterschied besteht darin, dass in diesem Fall nicht Sie selbst die Beiträge bezahlen, sondern das Unternehmen, bei dem Sie beschäftigt sind. Das hat lediglich Auswirkungen auf die Steuern und die Sozialabgaben, die Sie bezahlen müssen. Das Funktionsprinzip des Vorsorgeprodukts ist jedoch vollkommen identisch.

Eine Lebensversicherung diente ursprünglich ausschließlich dazu, die Hinterbliebenen bei einem frühen Todesfall abzusichern. Wenn der Versicherungsnehmer jedoch eine bestimmte Altersgrenze erreicht hat, erhielt er keinerlei Leistungen. Um zusätzliche Anreize zu schaffen, haben sich jedoch bereits vor langer Zeit einige Anbieter dazu entschlossen, einen Teil der Beiträge bei Erreichen der Altersgrenze wieder zurückzuzahlen. Auf diese Weise entstand die Kapitallebensversicherung.

Die Leistung im Todesfall rückte dabei immer weiter in den Hintergrund. Bei vielen Angeboten besteht dabei nur noch eine minimale Absicherung. Anstatt dessen steht die Altersversorgung im Mittelpunkt. Das Versicherungsunternehmen investiert das einbezahlte Geld und erwirtschaftet dabei eine möglichst hohe Rendite. Wenn das Vertragsende erreicht ist, erhält der Versicherungsnehmer daher nicht nur die geleisteten Beiträge ausbezahlt. Darüber hinaus kommt es im Laufe dieser Zeit zu einer Vermehrung des Kapitals, von dem er ebenfalls profitiert.

Gehaltsumwandlung: Was bedeutet das?

Wenn Sie im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung eine Direktversicherung abschließen, dann kommt es dabei zu einer Gehaltsumwandlung. Diese wird häufig auch als Entgeltumwandlung bezeichnet. Dabei behält der Arbeitgeber einen Teil Ihres Gehalts ein. Diesen Betrag verwendet er für die Bezahlung Ihrer Direktversicherung. Im Prinzip wäre es auch möglich, selbst eine Lebensversicherung abzuschließen und die Kosten dafür aus eigener Tasche zu bezahlen.

Auf den ersten Blick würde sich dabei kein Unterschied ergeben. Allerdings müssen Sie dabei auch die Steuern und die Sozialabgaben berücksichtigen. Bis zu einem Freibetrag von 260 Euro pro Monat (Stand: 2018) bezahlen Sie hierfür weder Steuern noch Sozialabgaben. Weitere 260 sind zwar sozialabgabenpflichtig, aber weiterhin steuerfrei. Das bedeutet, dass Sie hierbei von großen Entlastungen profitieren.

Dabei müssen Sie jedoch berücksichtigen, dass Sie Ihre Rente, die aus der Direktversicherung entsteht, voll versteuern müssen. Außerdem wirkt sie sich auf die Höhe der Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung aus. Dennoch ist dieses Modell für die meisten Menschen profitabel. Da das Einkommen im Rentenalter sinkt, ist auch die Steuerklasse in der Regel niedriger. Das führt dazu, dass die Gehaltsumwandlung fast immer finanzielle Vorteile mit sich bringt.

Wenn Sie die Entgeltumwandlung in Anspruch nehmen möchten, besteht der erste Schritt darin, ein Gespräch mit dem Arbeitgeber zu suchen.

Wenn Sie die Entgeltumwandlung in Anspruch nehmen möchten, besteht der erste Schritt darin, ein Gespräch mit dem Arbeitgeber zu suchen.(#03)

Gehaltsumwandlung für die Direktversicherung: So gehen Sie dabei vor

Wenn Sie die Entgeltumwandlung in Anspruch nehmen möchten, besteht der erste Schritt darin, ein Gespräch mit dem Arbeitgeber zu suchen. Häufig hält dieser bereits einige Angebote für die betriebliche Altersversorgung für Sie bereit. Ist dies nicht der Fall, können Sie jedoch auf eine Gehaltsumwandlung bestehen.

Seit 2002 ist jedes Unternehmen gesetzlich dazu verpflichtet, diese anzubieten. Allerdings muss es sich hierbei nicht zwingend um eine Direktversicherung handeln. Der Betrieb kann sich auch für andere Formen der Vorsorge entscheiden. Die Wahl des Versicherungsunternehmens und des konkreten Produkts liegt ebenfalls bei Ihrem Chef. Dennoch kann es lohnenswert sein, hierbei nachzuhaken und nach anderen Alternativen zu fragen.

Manchmal ist es möglich, auf diese Weise eine Direktversicherung mit besseren Konditionen zu finden. Wenn Sie mit den Angeboten nicht zufrieden sind, können Sie sich auch an eine Verbraucherzentrale in Ihrer Nähe wenden. Diese führt Beratungen zur betrieblichen Altersversorgung durch.

Der Bundesverband gibt Ihnen Auskunft über Beratungsstellen in Ihrer Umgebung:
Verbraucherzentrale Bundesverband
Markgrafenstraße 66
10969 Berlin
Tel.: 030 25 80 00

Wann lohnt sich eine Gehaltsumwandlung?

Abschließend bleibt noch die Frage zu klären, in welchen Fällen sich eine Gehaltsumwandlung lohnt. Dabei ist es wichtig, zunächst die Rendite der Direktversicherung zu betrachten. Diese ist im Moment recht gering. Es sind andere Produkte erhältlich, die in diesem Bereich etwas bessere Werte erzielen. Vorteilhaft ist hingegen die steuerliche Begünstigung dieser Form der Altersvorsorge. Doch ist dieser Effekt nicht allzu hoch, sodass es fraglich ist, ob er die schlechte Rendite wettmachen kann.

Wirklich lohnenswert wird die Gehaltsumwandlung erst, wenn Ihr Chef einen freiwilligen Zuschuss anbietet. Dazu besteht zwar keine Verpflichtung. Viele Unternehmen unterstützen ihre Angestellten jedoch auf diese Weise. Zuschüsse von 20 bis 25 Prozent auf Ihren Eigenanteil stellen keine Seltenheit dar. Diese zusätzliche Leistung führt dazu, dass sich die Gehaltsumwandlung finanziell auszahlt.

Vorsicht ist jedoch geboten, wenn Sie häufig die Arbeitsstelle wechseln: Ihr neuer Arbeitgeber ist nicht dazu verpflichtet, die bisherigen Verträge weiterzuführen. Das kann erhebliche Nachteile mit sich bringen.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Syda Productions –#01: _Dragana Gordic -#02: fizkes-#03:  Konstantin Chagin _

Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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