Wer kauft Lebensversicherungen auf?

„Wer kauft Lebensversicherungen auf?“ – auf diese Frage haben eine Reihe von Anbietern in Deutschland eine gute Antwort. Doch es geht nicht nur um die Frage, wer Lebensversicherungen aufkäuft, sondern auch, was beim Verkauf einer Lebensversicherung zu beachten ist. Welchen Wert hat meine Lebensversicherung? Kann ich die einfach so verkaufen? Wir geben Antworten auf all diese Fragen.

Wer kauft denn nun wirklich Lebensversicherungen auf?

Lebensversicherungen zu verkaufen ist noch gar nicht so lange üblich. Ein Versicherungsnehmer, der in seine Lebensversicherung nicht länger einzahlen möchte – oder kann, hat heutzutage die Möglichkeit, seine Lebensversicherung zu veräußern. Dabei gibt er bewusst den Versicherungsschutz durch die Lebensversicherung auf.

Die Lebensversicherung dient vor allem der Absicherung einer durch den Vertrag begünstigten Person. Stößt dem Versicherungsnehmer ein Unglück zu, so ist die begünstigte Person wirtschaftlich abgesichert – je nach vereinbarter Versicherungssumme.

Wer seine Lebensversicherung verkaufen möchte, um einen vorübergehenden wirtschaftlichen Engpass zu überbrücken, hat natürlich noch eine weitere Alternative. Oftmals kann der Versicherungsnehmer mit der Versicherungsgesellschaft eine Aussetzung der Zahlung der monatlichen oder Quartalsbeiträge vereinbaren. Auch so kann eine vorübergehende Liquiditätslücke geschlossen werden. Danach geht es wieder weiter und der Versicherungsschutz bleibt erhalten.

Der Verkauf einer Lebensversicherung kann jedoch auch anders motiviert sein. Die Absicherung des Lebensgefährten oder eines Anverwandten durch eine Lebensversicherung passt, solange die Beziehung intakt ist. Ändert sich der Lebenszuschnitt des Versicherungsnehmers oder wird die Beziehung nicht fortgeführt, passt die Lebensversicherung womöglich nicht mehr und man denkt über einen Abbruch des Versicherungsverhältnisses nach. Die Lebensversicherung zu verkaufen, bringt zwar den Verlust der ersten eingezahlten Raten mit sich, da diese vom Versicherer für Provisionszahlungen und Verwaltungskosten verwendet werden und noch keinen Rückkaufswert bilden, doch kann so die Vertragssituation wieder den tatsächlichen Lebensverhältnissen angepasst und das investierte geld zumindest zum Teil gerettet werden.

Verkauf über die Policenbörse

Hat man die Entscheidung zum Verkauf der Lebensversicherung getroffen, bleibt die Frage „Wer kauft Lebnsversicherungen auf?“ nicht lange unbeantwortet. Der erste Weg kann beispielsweise auf eine Online-Plattform führen, die es sich zum Ziel gemacht hat, Lebensversicherungen und Rentenversicherungen zwischen Verkäufern und potentiellen Käufern zu vermitteln. Eine solche Online-Plattform ist die Policenbörse.

Anders als bei einem Unternehmen oder Finanzdienstleister, welche eine Versicherungspolice ankaufen, tritt der Versicherungsnehmer auf der Policenbörse als einer von vielen Marktteilnehmern auf. Sowohl auf der Verkäuferseite als auch auf der Käuferseite sind stets mehrere Handelnde aktiv. Einerseits konkurriert der Verkäufer der Police mit den anderen Verkäufern, andererseits findet auf der Policenbörse auch ein gewisser Wettbewerb unter den Kaufinteressenten statt und ein zu niedriges Gebot eines Ankäufers würde sicher von anderen Kaufinteressenten überboten werden. Somit ist die Chance auf einen fairen Preis hier möglicherweise höher als bei einem Unternehmen, welches dem verkaufswilligen Versicherungsnehmer ein direktes Angebot unterbreitet, zu welchem der Versicherte keinen Vergleich hat.

Die Policenbörse bietet jedoch auch den Kaufinteressenten gute Möglichkeiten, gezielt Versicherungspolicen anzukaufen. Unterschiede in Rückkaufswert, Leistungszusagen, Versicherungssummen und anderen Parametern lassen eine Auswahl treffen.

Die Handelsplattform Policenbörse hat zudem den Vorteil, dass die Vermittlung im Auktionsverfahren abgewickelt wird. Dies bedeutet, dass stets mehrere Bieter für den kauf einer Police einer Lebensversicherung oder Rentenversicherung bieten können. Der Bieter mit dem höchsten Gebot erhält den Zuschlag.

Diese Unternehmen kaufen Lebensversicherungen auf

Wie schon weiter oben beschrieben, kann sich der verkaufswillige Versicherte auch an Unternehmen wenden, welche Versicherungen ankaufen. Wir haben bei unseren Recherchen zwei Unternehmen vorgefunden, welche Lebensversicherungen ankaufen. Es sind dies die „Cash.Life“ und die ProLife GmbH. Doch aufgepasst! Nicht jede Lebensversicherung kann verkauft werden. Die Unternehmen – wie auch die Policenbörse – haben Vogaben, welche bei einem solchen Verkauf eingehalten werden müssen.

Fondsgebundene Rentenversicherungen und kapitalbildende Lebensversicherungen

Rentenversichrungen kaufen manche Unternehmen nur, wenn es sich dabei um fondsgebundene Rentenversichrungen handelt. Bei Lebensversicherungen sind es oftmals nur die kapitalbildenden Lebensversicherungen, welche gehandelt werden können. Damit fallen natürlich eine gane Reihe von Policen durchs Raster.

Der minimale Rückkaufswert

Kapitalbildende und fondsgebundene Lebensversicherungen oder Rentenversicherungen können auf der Policenbörse nur gehandelt werden, wenn der Rückkaufswert oberhalb der Grenze von 10.000 Euro liegt. Eine solche Untergrenze gibt es vielfach auch bei Unternehmen, welche Lebensversicherungspolicen direkt ankaufen.

Betriebliche Altersvorsorge: Versicherungen oft nicht handelbar

Lebensversicherungen können auch im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung abgeschlossen worden sein. Viele Unternehmen schließen nun gerade diese speziellen Lebensversicherungen vom Handel aus. Das ist insofern sehr ärgerlich, als die Lebensversicherung eine sehr weit verbreitete Form der betrieblichen Altersversorgung ist und damit eine große Zahl an Versicherungsnehmern von diesem Ausschluss betroffen sind.

Riester- und Rürup-Verträge

Gerade in den vergangenen Jahren wurden die sogenannten Riester- und Rürup-Verträge hochgelobt. Viele Arbeitnehmer haben sich daraufhin entschlossen, ihre Altersvorsorge auf Rürup- und Riester-Verträge aufzubauen. Beim Verkauf der Police kann es nun sein, dass man erkennen muss, dass gerade die Riester- und Rürup-Verträge vom Ankauf ausgeschlossen sind.

Wie berechnet man den Rückkaufswert einer Police?

Bevor man die Frage „Wer kauft Lebensversicherungen auf?“ stellt, macht es Sinn, sich zunächst einmal über den Rückkaufswert der Lebensversicherung oder der Rentenversicherung zu informieren. Der Rückkaufswert bestimmt nämlich den möglichen Kaufpreis seitens des ankaufenden Unternehmens oder Käufers.

Der Rückkaufswert einer Lebensversicherung steigt mit jedem Monat, in welchem auf den Vertrag eingezahlt wird. Somit muss man den Rückkaufswert desöfteren erfragen. Der einfachste Weg, den Rückkaufswert der Police zu erfahren, ist das Lesen der sogenannten Standmitteilung. Die Standmitteilung wird von den Versicherern jährlich an den Versicherungsnehmer verschickt. Sie enthält eben die Information des Rückkaufswertes.

Wer seine Standmitteilung „verbaselt“ hat, der kann den Rückkaufswert auch direkt beim Versicherer erfragen. Hier sollte meist ein Anruf genügen, um die gewünschte Zahl in Erfahrung zu bringen.


Bildnachweis: © unsplash.com – paul morris

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Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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