Wie viel Geld braucht man zum Leben?

Wer denkt nicht manchmal über die Frage: „Wie viel Geld braucht man zum Leben?“ nach? Dabei lässt sich keine konkrete Summe benennen, die für alle Menschen gleichermaßen gilt.

Wie viel Geld braucht man zum Leben: Leben zwischen Auskommen und Luxus

Die Rolle des Geldes im täglichen Leben ist klar. Niemand kommt ohne Geld aus und die alltäglichen Ausgaben verschlingen teils wahre Unsummen. Immer öfter stellt sich daher die Frage: Wie viel Geld braucht man zum Leben? Dabei gibt es verschiedene Herangehensweisen, die zwischen Überleben und Luxus unterscheiden, wobei immer klar sein muss, dass sich Glück eben nicht mit Geld kaufen lässt. Daher gilt, dass auch diejenigen, deren Einkommen für einen gewissen Luxus reicht, unglücklich sein können. Doch zurück zu den Höhen des Einkommens und dem Status der Menschen:

  • Überleben
    Das Leben wird als umso besser empfunden, je mehr Geld vorhanden ist. Die Höhe des Einkommens reicht zum Überleben, also zum Bestreiten von Lebensunterhalt und Fixkosten. Dieser Zustand reicht meist nicht, um wirklich zufrieden zu sein.
  • Komfort
    Wer etwas komfortabler lebt, bestreitet mit seinem Einkommen nicht nur die üblichen Kosten, die Haushalt, Auto und Job verschlingen. Es bleibt sogar noch etwas übrig, um den Tag schöner werden zu lassen. Mal einen Kaffee trinken oder ins Restaurant gehen, vielleicht ein spontaner Wochenendtrip: Das alles ist in dieser Situation bezahlbar und dennoch stellt sich nicht bei jedem wirkliche Zufriedenheit ein.
  • Luxus
    Luxuriös ist es bereits, zweimal im Jahr einen Urlaub einplanen zu können oder das geplante Eigenheim nicht per Nullfinanzierung errichten zu lassen. Wahrscheinlich ist genügend Eigenkapital vorhanden, um die magische 30 Prozent Grenze des geforderten Eigenkapitals ohne Probleme beizubringen. Es höherwertiges Auto wird gefahren, über Ausgaben wird kaum nachgedacht.

Eine Steigerung des Luxuses wäre die Extravaganz, bei die Höhe des Einkommens schon keine Rolle mehr spielt. Es werden auch sinnlose Ausgaben getätigt, gekauft wird, was gefällt.

Neben der Einkommenssituation ist auch die persönliche Lage zur Beantwortung dieser Frage: Wie viel Geld braucht man zum Leben relevant.(#01)

Neben der Einkommenssituation ist auch die persönliche Lage zur Beantwortung dieser Frage: Wie viel Geld braucht man zum Leben relevant.(#01)

Wie viel Geld braucht man zum Leben? Wie viel Geld braucht man im Monat?

Neben der Einkommenssituation ist auch die persönliche Lage zur Beantwortung dieser Frage relevant. Ein Student, der nur für sich allein sorgen muss, in einer WG lebt und sich praktisch von Tütensuppe ernährt, braucht deutlich weniger Geld zum Leben als ein Familienvater, der neben den zwei Kindern auch das Eigenheim finanzieren muss. Insofern differieren die Ausgaben im Monat und es lässt sich schwer sagen, wie viel Geld im Durchschnitt monatlich benötigt wird.

Es gibt Statistiken, die sich wie folgt aufschlüsseln:

  • Fixkosten für das Wohnen: 513,50 Euro
  • Ausgaben für Lebensmittel: 171,00 Euro
  • Ausgaben für Pkw und öffentliche Verkehrsmittel: 167,50 Euro
  • Freizeitausgaben: 160,00 Euro
  • Ausgaben für Sonstiges: 103,50 Euro
  • Ausgaben für Restaurant- und Cafébesuche: 71,00 Euro
  • Kauf von Kleidung und Schuhen: 54,00 Euro

In der Gesamtheit macht das rund 1240 Euro, die im Durchschnitt monatlich vorhanden sein müssten. Wer sich diese Liste einmal genauer ansieht, wird feststellen, dass sie mit den eigenen Finanzen kaum übereinstimmt. Ein Eigenheim wird abbezahlt? Dann fallen schon rund 1500 Euro monatlich für die Kreditraten an, hierin sind noch nicht einmal die Ausgaben für Öl/Gas oder Wasser und Strom berücksichtigt.

Es leben Kinder im Haushalt? Sie sind wahre Kostentreiber und lassen schon allein den Punkt „Kauf von Kleidung und Schuhen“ als viel zu niedrig verblassen. Fährt ein Arbeitnehmer ca. 50 km täglich bis zu seiner Arbeitsstelle, kommt er auch mit den genannten Ausgaben für den Pkw nicht aus. Diese Liste mag zwar einen Durchschnitt widerspiegeln, lässt aber sehr viele Menschen und Personengruppen außen vor.

“Was das bloß alles wieder kostet!“ Gerade Rentner sind mit diesem Satz nur allzu häufig im Supermarkt anzutreffen und kalkulieren ihre ohnehin viel zu schmale Rente auf überteuerte Produkte.

“Was das bloß alles wieder kostet!“ Gerade Rentner sind mit diesem Satz nur allzu häufig im Supermarkt anzutreffen und kalkulieren ihre ohnehin viel zu schmale Rente auf überteuerte Produkte.(#02)

Wie viel Geld braucht man zum Leben? Wie viel Geld braucht man im Ruhestand?

“Was das bloß alles wieder kostet!“ Gerade Rentner sind mit diesem Satz nur allzu häufig im Supermarkt anzutreffen und kalkulieren ihre ohnehin viel zu schmale Rente auf überteuerte Produkte. Dabei lässt sich auch bei ihnen nicht exakt und vor allem pauschalisiert sagen, wie viel Geld für den Ruhestand benötigt wird. Zum einen unterscheiden sich die Rentner in ihrer Lebensfreude: Wer sehr rüstig und unternehmungslustig ist, wird seine Finanzen auch für Reisen und größere Anschaffungen verplanen, dazu für Besuche im Theater oder für andere kulturelle Highlights.

Bisher galt immer, dass ein Rentner mindestens 70 Prozent seines früheren Einkommens benötige, damit er nicht in Altersarmut enden muss. Doch Rentner von heute sind deutlich anspruchsvoller, wollen noch mehr erleben und geben mehr Geld aus. Realistischer ist es demnach, von einem Bedarf von rund 85 Prozent des Nettoeinkommens auszugehen.

Experten sind sich jedoch einig, dass auch dieser Prozentsatz nicht ganz stimmt, denn die Unterschiede in den Lebenssituationen der heutigen Rentner sind viel zu groß. Manche ziehen weg, weil sie nicht mehr durch den Job an einen Ort gebunden sind. Andere leben in dem endlich abbezahlten Eigenheim und wohnen mietfrei. Die Fixkosten bleiben jedoch, auch muss der Haushalt weiterhin unterhalten werden.

Apropos Eigenheim: Wer sein Haus schon länger bewohnt, muss im Alter damit rechnen, dass kostenintensive Sanierungen und Erneuerungen anstehen. Dach, Heizung, Türen und Fenster sind nur einige Dinge, die ca. alle 30 Jahre zu ersetzen sind. Wer sein Eigenheim mit 40 bezogen hat, kann mit 70 vor einem wahren Kostenberg stehen.

Video: Wie viel Geld brauche ich für den Ruhestand?

Allerdings lassen sich im Ruhestand natürlich auch Einsparungen erzielen. Neue Anzüge und Kostüme oder teure Businessschuhe müssen nun nicht mehr gekauft werden, was sehr viel Geld spart. Außerdem sind die meisten Rentner nicht mehr täglich unterwegs und sparen sich damit Fahrtkosten. Dafür können die Kosten für Strom und Heizung steigen, wenn jemand überwiegend in seiner Wohnung und nicht mehr zehn Stunden am Tag außer Haus ist.

Kosten für die private Altersvorsorge fallen nun natürlich weg, auch verschiedene Versicherungen wie die Berufsunfähigkeitsversicherung stehen nicht mehr als Kostenfaktoren im Raum. Sind die Kreditraten abbezahlt, kann auch die Risikolebensversicherung gestrichen werden, sie ist jetzt unnötig. Die private Krankenversicherung kostet nun aber meist mehr.

Video: Wie viel Geld braucht ein Mensch? | Stationen | BR

Wie viel Geld braucht man zum Leben im Alter? Dies lässt sich nicht genau beziffern, doch es gibt Anhaltspunkte, die jedem helfen können, vor dem Einstieg in das Rentenalter einen gewissen Überblick zu bekommen. Zu beachten sind dabei die persönliche und die familiäre Situation, der bisherige Einkommensstatus und der Lebensstandard. Das, was bisher zum reinen Lebensunterhalt mit Lebensmitteln, Ausgaben für den Haushalt sowie für die Freizeit bezahlt wurde, wird auch weiterhin anfallen, denn darauf möchte kaum jemand verzichten.

Wegfallen kann der Kostenpunkt „Job“. Dafür stehen schon bald die Enkelkinder vor der Tür, die sich mit den hoffentlich sehr agilen Großeltern vergnügen wollen. Die Ausflüge ins Kino und in den Tierpark mit ihnen unternehmen möchten, vielleicht einen gemeinsamen Urlaub verbringen wollen. Da ist er wieder, der Kostenpunkt „Kinder“! Er muss bei den meisten Menschen auch im Alter noch berücksichtigt werden, wenn auch nicht mehr in dem Maße wie zu Zeiten des eigenen Elternseins.

Wie viel Geld braucht man zum Leben? Wird die Beantwortung dieser Frage mit dem persönlichen Glück in Verbindung gebracht, treffen zwei nicht miteinander zu vereinbarende Dinge aufeinander.

Wie viel Geld braucht man zum Leben? Wird die Beantwortung dieser Frage mit dem persönlichen Glück in Verbindung gebracht, treffen zwei nicht miteinander zu vereinbarende Dinge aufeinander.(#03)

Wie viel Geld braucht man zum Leben? Was braucht es, um glücklich zu sein?

Hier noch einmal die Frage: Wie viel Geld braucht man zum Leben? Wird die Beantwortung dieser Frage mit dem persönlichen Glück in Verbindung gebracht, treffen zwei nicht miteinander zu vereinbarende Dinge aufeinander. Finanziell gesehen wird jeder seine Situation anders beurteilen. Während der eine mit dem Nötigsten auskommt und damit zufrieden ist, braucht der andere mindestens 2000 Euro im Monat zur Bestreitung aller „Pflichtkosten“ und der Ausgaben, die zum persönlichen Wohlbefinden nötig sind. Wer allerdings mehr Geld zur Verfügung hat, passt seinen Lebensstandard meist unbewusst darauf an und wünscht sich wieder noch mehr.

Die Frage sollte daher nicht unbedingt lauten: Wie viel Geld braucht man zum Leben und zum Glück?, sondern eher: Wann ist es genug? Wer an den Punkt kommt, an dem er der Meinung ist, dass er alles Nötige zum Leben hat und vielleicht auf eine Neuanschaffung größeren Ausmaßes ein wenig sparen kann, sich ansonsten aber wohlfühlt, dürfte mit seinem Leben, zumindest von der finanziellen Seite betrachtet, zufrieden sein.

Nicht zuletzt braucht es Gesundheit, um glücklich zu sein, denn was nutzt das schöne Geld, wenn Krankheiten an die Tür klopfen oder den Betreffenden bereits heimgesucht haben? Dann ist das Geld nurmehr eine Absicherung, zum Glück reicht es nun nicht mehr wirklich.


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Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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