Wie funktioniert die Börse?

Wer wissen will, wie die Börse funktioniert, muss grundsätzlich eines verstehen: Der Handel um Devisen und Wertpapiere findet zwischen Käufer und Verkäufer statt, dabei sollen faire Preise ausgehandelt werden.

Wie funktioniert die Börse? Grundlegende Fakten und Zusammenhänge

Das Auf und Ab der Börse, von dem ständig in den Medien berichtet wird, schreckt viele Menschen davon ab, ihr Geld an der Börse zu investieren. Aktien und Devisen bleiben für sie Fremdwörter, obgleich sich mit dem Handel dieser Börsenwährungen viel Geld verdienen lässt. Dies allerdings erfordert Glück und ein grundsätzliches Verständnis für die Zusammenhänge.

Zumindest Letzteres lässt sich aus den Ratgebern und Steuern, die es so auch bei Haufe gibt und wozu auch das Buch „So funktioniert die Börse“ des Börsen-Experten Christoph A. Scherbaum gehört, entnehmen.

Was ist die Börse?

Die Börse funktioniert wie ein Marktplatz, auf dem sich Käufer und Verkäufer treffen. Sie handeln hier mit Vermögenswerten in Form von Aktien. Auch Derivate oder Devisen werden gehandelt, dazu kommen verschiedene Termingeschäfte. Außerdem gibt es Börsen für den Handel mit Rohstoffen, Edelmetallen, Kaffee, Rohöl oder auch Getreide. Diese Werte sind natürlich nicht echt an der Börse vorhanden, sie werden nicht physisch gehandelt.

Wer die Frage „Wie funktioniert die Börse?“ beantworten möchte, muss wissen, dass es sich hier um ein Finanzierungsmittel der Unternehmen handelt.  ( Foto: Shutterstock-Matej Kastelic )

Wer die Frage „Wie funktioniert die Börse?“ beantworten möchte, muss wissen, dass es sich hier um ein Finanzierungsmittel der Unternehmen handelt. ( Foto: Shutterstock-Matej Kastelic )

Vorteile von Börsen

Der Handel an der Börse funktioniert vergleichsweise einfach und bringt zahlreiche Vorteile mit. Hier werden Geschäftstransaktionen reguliert und unterliegen einem festen Standard.

Der Käufer weiß genau, worauf er sich einlässt und wie es zu dem Preis für seine Aktie kommt. Apropos Preis: Dieser wird allein durch Angebot und Nachfrage bestimmt, dazu kommen verschiedene Regulationen, die den Preis sicher halten sollen.

Börsen haben noch einen weiteren Vorteil: Sie sind standardisiert. Das bringt niedrige Transaktionskosten mit sich, denn es müssen keine individuellen Gegebenheiten berücksichtigt werden.

Unternehmen finanzieren sich über die Börse

Wer die Frage „Wie funktioniert die Börse?“ beantworten möchte, muss wissen, dass es sich hier um ein Finanzierungsmittel der Unternehmen handelt. Verkauft ein Unternehmen Aktien und damit Anteile am eigenen Unternehmen, werden dagegen Finanzeinlagen getauscht. Solch ein Tausch kann auch außerhalb der Börsen stattfinden, dann wird von einem OTC gesprochen.

Meist geht es einem Unternehmen aber darum, eine möglichst große Masse zu erreichen, daher sind die Börsen unverzichtbar. Hier sind die Anteile an der Firma, nämlich die Aktien, gelistet.

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Diese Börsen sind wichtig

Funktioniert eine Börse anders als andere? Nein, die Grundsätze, nach denen an Börsen gehandelt wird, sind immer gleich. Doch es gibt unterschiedliche Börsen auf der Welt, wobei die größte die New York Stock Exchange (besser bekannt als Wall Street) ist. Pro Monat werden hier Transaktionen von mehr als 1,5 Billionen US-Dollar umgesetzt.

In Deutschland hingegen ist die Deutsche Börsen AG die größte, dort beträgt das monatliche Transaktionsvolumen rund 124 Milliarden US-Dollar. Die Euronext ist etwas kleiner und bringt es nur auf rund 148 Mrd. US-Dollar. Diese Börse basiert auf fünf nationalen Börsen Europas und hat ihren Sitz in Paris und Amsterdam.

Funktioniert die Börse heute immer noch wie früher?

Wer wissen will, wie die Börse funktioniert, sollte sich einmal die Geschichte dieses Marktplatzes ansehen. Diese geht bis ins Mittelalter zurück.

Die Börse funktioniert von Anfang an

Damals trafen sich die Händler und setzten damit Waren und später Wertpapiere um. Man schrieb das 12. Jahrhundert, als die ersten Börsen aufkamen, wobei diese Bezeichnung aus belgischen Stadt Brügge stammt. Die Familie „van der Beurse“ war an der Gründung der ersten Börse in Mitteleuropa beteiligt, denn in ihrem Haus trafen sich die Händler. Bald darauf folgten Antwerpen, Amsterdam und auch London als Börsenschauplätze. Außerdem wurden die ersten Vorschriften für den Handel sowie erste Börsengesetze verabschiedet.

Allerdings ging es zum Anfang natürlich nicht um Aktien, sondern vielmehr um Waren. Die damaligen Wertpapiere waren Schuldscheine, die nicht an bestimmte Personen gebunden waren. Schon bald gab es die erste Gesellschaft, die Aktien ausgab: Die Vereinigte Ostindische Handels-Kompanie vergab Anteile an ihrem Unternehmen, weil der Preis für die Herstellung von Schiffen zu hoch war. Durch die Anteilsvergabe konnte die Produktion finanziert werden.

Die Börse in Frankfurt funktioniert!

In Frankfurt, eine der reichsten Handelsstädte des Landes, entstand schon früh ein wichtiges Börsenzentrum. Die Frankfurter Wertpapierbörse etablierte sich schon bald zur wichtigsten Börse in Deutschland, wobei hier ab 1820 der Aktienhandel begann. Zuvor wurde noch mit Wechseln und Sorten gehandelt.

Auch heute noch gilt Frankfurt als wichtigstes Finanzzentrum und hier ist die Zentrale der Deutschen Börse angesiedelt. Gehandelt wird hier mit Aktien und Termingeschäften, es werden Aufträge verrechnet und abgewickelt, Wertpapiere verwahrt und Marktdaten bereitgestellt.

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Wie funktioniert die Börse genau?

Nach der Betrachtung der Geschichte weiß immer noch niemand, wie die Börse genau funktioniert, doch jetzt kommen die Grundlagen zum Börsenhandel. Dabei muss zwischen verschiedenen Börsenformen unterschieden werden.

Parkettbörse oder Computersystem?

Die Parkettbörse wird auch als Präsenzbörse bezeichnet und ist die klassische Börsenform. Hier treffen sich Händler und wickeln die Käufe oder Verkäufe durch Zurufe ab. Die Händler agieren dabei auf eigene Rechnung oder im Auftrag ihrer Kunden.

Die Wall Street ist bekannt für den Parketthandel, allerdings werden auch hier die Transaktionen auf Zuruf durch computergestützte Handelsformen verdrängt. Letztere wird zum Beispiel durch das deutsche System Xetra übernommen, wodurch der Handel automatisiert werden kann. Auch die Kursberechnung erfolgt über das System.

Der Vorteil: Funktioniert das System, ist der Handel per Computer deutlich schneller und kostengünstiger, weil keine Zwischenhändler dazugeschaltet sind. Die Kontrolle über den Börsenhandel hat die BAFIN, die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, inne.

Wie funktioniert die Börse bzw. der Aktienhandel?

Zuerst müssen sich Anleger einen Broker suchen, denn Privatkäufer haben keinen Zugang zu den Börsen. Dafür gibt es mittlerweile Online-Broker, die für ihre Kunden Kauf und Verkauf vornehmen und einen hoffentlich guten Preis erzielen.

Diese Schritte sind für den Aktienhandel wichtig:

  1. Depot eröffnen

    Nach der Entscheidung für einen Broker muss das Depot eröffnet werden, was dank Post-Identverfahren in Minutenschnelle erledigt ist. Das Depot wird binnen weniger Tage eröffnet, nun kann Geld vom Verrechnungskonto darauf überwiesen werden. Mit diesem Geld wird später gehandelt, außerdem werden die Gewinne (sollten diese erreicht werden) auf das Verrechnungskonto ausgezahlt.

  2. Strategie finden

    Jeder muss eine Anlagestrategie finden und verfolgen, wenn das Depot eröffnet worden ist. Dazu ist es wichtig, das Unternehmen hinter den Aktien zu kennen – es sollte gesund und profitabel sein. Wer sich damit nicht auseinandersetzen möchte, kauft Aktien in Fonds, wobei die ausgewählten Fonds zur persönlichen Risikobereitschaft passen sollten. Merke: Eine hohe Rendite gibt es nur bei risikoreichen Fonds! Möglich ist auch die Investition in ETFs, die den Börsenindex abbilden. Die Kosten sind hier deutlich geringer als bei gemanagten Fonds.

  3. Verkauf zum richtigen Zeitpunkt

    Es gehört ein wenig Glück und das nötige Basiswissen dazu, um den Verkauf zum passenden Zeitpunkt durchzuführen und so eine gute Rendite erzielen zu können. Auch hier haben Fonds wieder die Nase vorn, denn der Aktieninhaber muss sich nicht um den Verkauf kümmern. Dies übernimmt der Fondsmanager. Dafür kann die Rendite beim alleinigen Aktienverkauf deutlich höher sein – das Risiko aber leider auch.

Wer Aktien besitzt, hält damit auch Anteile an einem Unternehmen. Je mehr Aktien gekauft werden, desto größer wird der Anteil an dieser Firma.  ( Foto: Shutterstock- Gorodenkoff)

Wer Aktien besitzt, hält damit auch Anteile an einem Unternehmen. Je mehr Aktien gekauft werden, desto größer wird der Anteil an dieser Firma. ( Foto: Shutterstock- Gorodenkoff)

Häufig gestellte Fragen rund um Wertpapiere und die Börse

Wie funktioniert der Aktienhandel?

Wer Aktien besitzt, hält damit auch Anteile an einem Unternehmen. Je mehr Aktien gekauft werden, desto größer wird der Anteil an dieser Firma. Für Unternehmen stellt der Gang an die Börse meist eine sehr gute Möglichkeit dar, an Geld zu kommen. Firmenanteile gegen Kapital, so lautet die einfache Gleichung. Der Aktienhandel selbst wird an der Börse geführt. Dort werden Kurse für die Aktien berechnet, wobei diese Kurse von Angebot und Nachfrage beeinflusst werden.

Wie funktioniert der Aktienmarkt?

Der Kurs einer Aktie spiegelt den Wert des Unternehmens wieder, das die Aktie ausgegeben hat. Der Wert des Unternehmens ist jedoch in den Augen der Anleger ganz unterschiedlich. Wer davon überzeugt ist, dass eine Aktie aktuell zu billig ist, der wird sie kaufen und auf Zugewinn hoffen. Wer davon überzeugt ist, dass der Wert aktuell zu hoch ist, der wird überlegen, die Aktie nicht zu kaufen – oder zu verkaufen, wenn er sie besitzt.

Ereignisse in der Wirtschaft können den Wert einer Aktie in den Augen der Investoren verändern. Wird eine Aktie plötzlich als sehr wertvoll angesehen, kaufen viele Investoren diese Aktie, die Nachfrage steigt also – und infolgedessen steigt auch der Kurs der Aktie. Entwickelt sich der Wert der Aktie infolge von Ereignissen in der Wirtschaft nach unten, neigen viele Investoren zum Verkauf.

Mit dem Kauf einer Aktie erwirbt der Käufer Anteile an einem Unternehmen. Damit wird jeder Aktieninhaber zum gewissen Prozentsatz Anteilseigner an der Aktien führenden Firma. Alle Miteigentümer erhalten Dividenden, also Gewinnausschüttungen, wenn das Unternehmen gut läuft. Wer sich dazu entscheidet, sich von den Unternehmensanteilen zu trennen, verkauft diese wieder, Kauf und Verkauf finden an der Börse statt.

Wie funktioniert das mit den Aktien?

Das mit den Aktien funktioniert ganz einfach. Man kauft Aktien zu einem niedrigen Kurs und wartet ab, bis der Kurs gestiegen ist. Dann verkäuft man die Aktien wieder und freut sich über den erzielten Kursgewinn. Zwischenzeitliche Zahlungen von Dividenden nimmt man ein und rechnet diese dem erzielten Gewinn zu. Das ist das Grundprinzip.

Anleger, die Wertpapiere kaufen oder verkaufen wollen, brauchen dafür ein Depot bei einer Bank. Hier kommen die Hausbank ebenso wie eine Direktbank im Internet infrage. Der Handel mit den Aktien selbst kann über einen Online-Broker stattfinden, der gesagt bekommt, welcher Anteilsschein verkauft werden soll. Der Anteilsschein hat dafür eine Wertpapierkennnummer, die bei der Transaktion erfragt wird. Anleger sollten eine Anlagestrategie verfolgen und immer im Hinterkopf haben, dass die Aktien, die hohe Gewinne versprechen, meist auch mit einem großen Risiko behaftet sind.

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Wie genau funktioniert der DAX?

Der DAX ist ein Aktienindex. Er wird aus den Kursen und Erträgen von 30 ausgewählten Aktien Deutschlands täglich neu ermittelt.

Somit ist der DAX die Darstellung der Entwicklung der Aktiengesellschafte. Erfasst werden hier die größten und kapitalstärksten deutschen Aktiengesellschaften. Der DAX soll wichtige Entwicklungen der Kurse sowie die wirtschaftlichen Verhältnisse des Landes anschaulich abbilden. Er basiert auf Handelsdaten, die im Xetra (elektronisches Handelssystem) erfasst und täglich neu berechnet werden. Die Darstellungen werden in Punkten angegeben, wobei 1000 Punkte dem Stand des DAX am 31. Dezember 1987 entsprechen. Ein Punkt ist somit ein Tausendstel des ehemaligen Wertes.

Warum gibt es die Börse?

Die Börse bringt Käufer und Verkäufer zusammen. Ohne die Börse wäre es schwierig, sein Geld als Beteiligung an einem Unternehmen anzulegen – nichts anderes ist eine Aktie ja.

Die Börse stellt die Werte für Wertpapiere und Waren je nach Angebot und Nachfrage dar und bildet damit den aktuellen Markt ab. Über die Börse kann miteinander gehandelt werden, was ansonsten kaum möglich wäre. Müssten Käufer und Verkäufer reale Wege zueinanderfinden, würden viele Transaktionen gar nicht zustande kommen. Die Börsen sind damit wertvolle Bestandteile des Handelssystems.

Wie funktioniert der Aktienkauf?

Nach der Eröffnung des Aktiendepots muss der künftige Aktienbesitzer angeben, welche Aktien gekauft werden sollen. Hierfür braucht es die Wertpapierkennnummer, die auch als ISIN bezeichnet wird. Damit lässt sich die gewünschte Aktie identifizieren. Danach muss angegeben werden, wie viele Aktien gekauft werden sollen und auf welcher Börse der Handel stattfinden soll. Nun erhält der Broker die Order, die gewünschte Anzahl an Aktien zu kaufen, die fortan im eigenen Depot geführt werden.

Wichtiger Tipp:
Immer ein Limit setzen. Kaufen Sie niemals „Billigst“ oder „Market“. Dann erhalten Sie nämlich den nächste besten Kurs und der kann leicht höher sein, als Sie sich das gedacht haben.

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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