Bitcoin investieren: Die alternative Anlageform zur Altersvorsorge?

Viele Menschen wollen in Bitcoin investieren, schrecken jedoch immer noch vor der Kryptowährung zurück. Wer sie als Altersvorsorge wählen will, sollte unbedingt weitere Anlageklassen hinzufügen.

Altersvorsorge und in Bitcoin investieren: Lohnt sich das oder nicht?

Die private Altersvorsorge ist den Deutschen heilig. Sie wollen hierbei maximale Sicherheit, gleichzeitig soll aber die Rendite hoch sein. Das vereinbart sich nicht und so greifen viele Bundesbürger zum guten, alten Sparbuch. Wenigstens die Sicherheit ist hier gegeben! Dennoch erwägen sie, ob sie nicht doch in Bitcoin als Altersvorsorge investieren könnten.

Zwei Extreme stehen sich gegenüber: Sparbuch und Bitcoin

Zwei Wünsche haben die meisten Menschen bezüglich ihrer Altersvorsorge: Diese soll so sicher wie möglich und mit einer bitte hohen Rendite versehen sein. Im Idealfall ist beides vorhanden, in der Realität lassen sich Kryptowährungen mit hoher Rendite und Sicherheit aber nicht miteinander vereinbaren.

Der Deutsche liebt sein Sparbuch! Und tatsächlich ist das Sparbuch eine sehr sichere Variante, doch die Rendite, die hier geboten wird, ist verschwindend gering. Gerade in der aktuellen Niedrigzinsphase bleibt die Rendite sogar hinter der Inflationsrate zurück, sodass der Anleger sogar Verluste hinnehmen muss.

Kryptowährungen wie Bitcoins als Ersatzwährung aber konnten in den vergangenen Jahren enorme Gewinne verbuchen, ehe sie dann im Jahr 2017 einen wahren Kurssturz verzeichneten. Davon scheinen sie sich nicht wieder recht zu erholen und aktuell scheint es so, als würden immer mehr Menschen Abstand von der eigentlich so renditeträchtigen Währung nehmen. Doch wer weiß.

Video: In Kryptowährungen investieren: So handelst Du Bitcoin, Ethereum & Co | Börse Stuttgart

Diese Vorteile haben Bitcoins

Bitcoins und andere Kryptowährungen können über spezielle Tauschbörsen getauscht werden und werden nicht von einer zentralen Notenbank gedruckt, sondern sind von dem üblichen Bankensystem völlig frei. Damit wird eine gewisse Unabhängigkeit gewährleistet.

Sie sind zudem vor der Inflation geschützt, denn eine Kryptowährung kann nicht beliebig vermehrt werden, wie das bei Papiergeld der Fall ist. Die Einheiten sind auf 21 Millionen begrenzt, mehr steht nicht zur Verfügung.

Auch mit weiteren Vorteilen können Kryptowährungen überzeugen:

  • anonyme Zahlungen möglich, kein Austausch von sensiblen Daten zwischen Empfänger und Sender einer Zahlung
  • fälschungssicher, da jede Zahlungstransaktion nachvollzogen werden kann (dank Blockchain)
  • überall auf der Welt einsetzbar, kurzfristige Validierung möglich
  • Überweisungen binnen weniger Stunden möglich
  • keine oder geringe Gebühren pro Transaktion zu zahlen

Diese Nachteile haben Bitcoins

Eine Kryptowährung ist nicht perfekt und so muss auch Bitcoin zugeben, einige Nachteile zu haben. Alles beginnt damit, dass es nicht überall möglich ist, mit Bitcoins zu zahlen, denn sie werden von McDonald’s bis Burger King nicht überall akzeptiert. Generell sind virtuelle Währungen eher bei jüngeren Menschen akzeptiert als bei älteren.

Außerdem schwankt der Kurs der Kryptowährung oft stark, hier spielen Angebot und Nachfrage in besonderem Maße hinein. Teilweise kann es zum Totalverlust kommen, wenn das Interesse an der virtuellen Währung zu stark sinkt.

Auch die folgenden Nachteile müssen berücksichtigt werden:

  • Hacker können sich Zugang zum Rechner verschaffen und Bitcoins stehlen
  • Guthaben können durch defekte Festplatten oder Smartphones verloren gehen
  • schließt die Tauschbörse, kann es zum Verlust oder zur Sperrung des Guthabens kommen
  • untersagen Länder oder Tauschbörsen den Handel, droht ein Wertverlust oder Wertverfall
  • kein Einlagenschutz wie bei einem Sparkonto möglich
Eine Kryptowährung ist nicht perfekt und so muss auch Bitcoin zugeben, einige Nachteile zu haben.  ( Foto: Shutterstock-Viktoriia Hnatiuk )

Eine Kryptowährung ist nicht perfekt und so muss auch Bitcoin zugeben, einige Nachteile zu haben. ( Foto: Shutterstock-Viktoriia Hnatiuk )

Als Altersvorsorge in Bitcoin investieren?

Wer nun als Altersvorsorge in Bitcoin investieren möchte, sollte sich das gut überlegen. Experten sind hier gespalten. Während es beim Sparen darum geht, eine möglichst sichere Geldanlage für das Alter aufzubauen, sind Kryptowährungen eher eine zukunftsorientierte und spekulative Anlageform.

Bitcoins sollten daher nur zur Beimischung ins Depot aufgenommen werden. Momentan ist die Kryptowährung noch weit davon entfernt, mit einer konventionellen Währung gleichgesetzt zu werden. Es gibt nur wenige Stellen, die Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptieren, außerdem ist die Rechtssicherheit der virtuellen Währung immer noch nicht in ausreichendem Maße gegeben. Die Europäische Zentralbank schätzt die Geldanlage in Bitcoins als hoch spekulativ ein.

Außerdem: Das Bundesfinanzministerium meint zwar, dass diese Kryptowährung inzwischen als gesetzliches Zahlungsmittel anerkannt sei, ein verbrieftes Recht auf Eintausch gibt es jedoch nicht. Liegen Geldschulden vor, kann niemand beanspruchen, diese mit Bitcoins zu begleichen.

Daher:
Wenn Sie in Bitcoin investieren, um den Aufbau einer sicheren Altersvorsorge zu planen, sprechen Sie mit Ihrem Anlageberater. Verschiedene Anklageklassen sollten das Vorsorgeportfolio ausmachen, über Bitcoin sollten nicht mehr als zehn bis zwanzig Prozent geplant werden. Wer einen Prozentsatz festgelegt hat, kann diesen als Geldwert monatlich konstant investieren.

Wer in Bitcoin investieren und monatlich Geld für die Altersvorsorge zurücklegen möchte, sollte sich in der Ansparphase weniger Gedanken über einen möglichen Verkauf und den aktuellen Preis machen, sondern einfach die festgelegten Raten einzahlen. Was am Ende dabei herauskommt, ist eine Überraschung – wie bei den meisten Anlageklassen übrigens.

Bitcoin kaufen und verkaufen: Ganz einfach in Bitcoin investieren und sie wieder liquidieren

Um in Bitcoin investieren und diese für die Altersvorsorge oder für andere Zwecke ansparen zu können, müssen sie erst einmal gekauft werden. Das ist vergleichsweise einfach, hier stellen Kryptowährungen keine großen Ansprüche an den Käufer. Auch der Verkauf lässt sich vergleichbar einfach realisieren.

Um in Bitcoin investieren und diese für die Altersvorsorge oder für andere Zwecke ansparen zu können, müssen sie erst einmal gekauft werden. ( Foto: Shutterstock- FOTOGRIN)

Um in Bitcoin investieren und diese für die Altersvorsorge oder für andere Zwecke ansparen zu können, müssen sie erst einmal gekauft werden. ( Foto: Shutterstock- FOTOGRIN)

Wie lassen sich Bitcoin kaufen?

Es gibt im Internet verschiedene Marktplätze und Tauschbörsen, auf denen sich Bitcoins erwerben lassen. Die in Deutschland größte dieser Plattformen ist bitcoin.de. Hier kann ein Kunde sein Konto erstellen und muss dafür einen auch für andere Konten üblichen Verifizierungsprozess durchlaufen.

Nach der Einrichtung des Kontos muss ein kleiner Geldbetrag überwiesen werden, was als Bestätigung dafür dient, dass das betreffende Konto wirklich vorhanden ist. Dann muss ein Identifizierungsverfahren absolviert werden, was als Post-Identverfahren direkt in einer Postfiliale oder online möglich ist.

Nun kann das Bitcoin-Konto freigeschaltet werden, es wird daraufhin mit dem normalen Girokonto bei der Bank verbunden. Ein Kunde kann nun diese Kryptowährung kaufen oder verkaufen und in Bitcoins investieren. Wichtig: Diese werden nicht immer in ganzen Zahlen gekauft, sondern es sind auch Bruchteile möglich.

Gekauft werden Bitcoins so:

  • Angebote sondieren
  • bei Entscheidung für ein Angebot: auf „Kaufen“ klicken
  • Angebot ist für weitere Kunden gesperrt
  • Geld an Verkäufer überweisen
  • Gutschrift der Bitcoins nach Eingangsbestätigung der Zahlung durch den Verkäufer

Beim Kauf über eine Tauschbörse wird der gesamte Handel automatisch vorgenommen. Hier lassen sich auch andere Kryptowährungen kaufen, wobei für alle gilt: Theoretisch können diese von heute auf morgen an Wert verlieren – oder gewinnen. Damit bleibt der Kauf für alle, die in Bitcoin investieren wollen, vor allem eine Kurswette.

Auffällig ist übrigens, dass vor allem Jüngere weniger skeptisch gegenüber Bitcoin sind, ältere Anleger sehen eher die Gefahren als den Nutzen. Ob sich dies noch wandeln wird, dürfte abzuwarten bleiben.

So lassen sich Bitcoins verkaufen

Für den Verkauf von Bitcoins müssen solche überhaupt erst einmal in Besitz sein, außerdem ist die Anmeldung auf einem entsprechenden Handelsplatz Voraussetzung. Danach legt der Besitzer fest, wie viele Einheiten verkauft werden sollen, denn nicht immer müssen es ganze Bitcoins sein.

Vielleicht sollen auch nur Anteile veräußert werden. Danach wird die Währung festgelegt, in der die Kryptowährung bezahlt werden soll, was meist in Euro sein dürfte. Bei der Bezahlung wird vorgegeben, ob diese per Paypal oder über ein anderes Zahlungssystem abgewickelt werden soll. Nicht alle Handelsplattformen bieten alle Formen der Zahlung an.

Wo bleiben Bitcoins zwischen Kauf und Verkauf?

Bitcoin-Börsen bieten zwar Konten an, hier sollten diese Kryptowährungen wegen der Gefahr des Hackens allerdings nicht aufbewahrt werden. Im Gegensatz zu fehlendem Geld, das im Rahmen eines Banküberfalls gestohlen wurde, gibt es bei Bitcoins allerdings keine Entschädigung, denn hier haftet niemand dafür.

Am besten nicht in einem Konto auf einer Bitcoin-Börse. Es sind schon Plattform gehackt und die Bitcoins gestohlen worden. Dann sind sie weg – so wie bei einem Banküberfall. Der Unterschied ist: niemand haftet dafür. Zur Aufbewahrung eignet sich daher eine Online-Wallet, bei der sich jeder Nutzer online registrieren kann und bei der das Geld direkt auf das Konto überwiesen wird. Die Wallet wird mit einem privaten Schlüssel aus einer Zahlen-Buchstaben-Kombination geschützt. Wichtig ist, diesen Code natürlich niemals weiterzugeben.

Auch ein eigenes Wallet kann genutzt werden. Dafür wird eine Software auf dem eigenen Computer installiert, hier kann der Bitcoin-Betrag einfach gespeichert werden. Solange der Computer nicht mit dem Internet verbunden ist, kann auch kein Geld gestohlen werden.

Zuletzt sei der USB-Stick zur Aufbewahrung genannt. Hier werden die Bitcoins gespeichert, der USB wird vom Netz getrennt. Er muss aber sicher aufbewahrt werden, was am besten in einem Safe geschieht. Das wird als „Cold Wallet“ bezeichnet.

Video: Höhle der Löwen Bitcoin Trading Betrug

Häufige Fragen zum Bitcoin

Welche Möglichkeiten gibt es, in den Bitcoin zu investieren?

Wer in Bitcoin investieren möchte, nutzt dafür am besten einen dafür vorgesehenen Marktplatz oder spezielle Tauschbörsen. Wichtig ist, sich vorher über die Seriosität des Anbieters bzw. der Börse zu informieren, denn auch hier sind teilweise schwarze Schafe zu finden. Der Kauf geschieht dann ganz einfach online, dafür muss jedoch ein Bitcoin-Konto vorhanden sein.

Wie viel Geld sollte man in den Bitcoin investieren?

Es gibt theoretisch keine Grenze zur Geldhöhe, die in Bitcoin investiert werden kann. Allerdings sollte der Anteil der Bitcoin Investitionen einen Satz von 10 bis 20 Prozent am Gesamtanlagepaket nicht überschreiten, manche Experten raten sogar zu einer Beschränkung auf 5 bis 10 Prozent.

Jeder Anleger sollte für sich einen Maximalbetrag definieren, auf den er notfalls bei völligem Wertverlust der Bitcoins verzichten könnte. Vor allem dann, wenn Bitcoins für die Altersvorsorge genutzt werden, ist eine Diversifizierung des Portfolios wichtig.

Was ist der beste Weg, um in den Bitcoin zu investieren?

Die beste Möglichkeit, um in Bitcoin investieren zu können, ist der Kauf der Kryptowährung in einer Tauschbörse. Entsprechende Tests zu Sicherheit und Seriosität werden regelmäßig veröffentlicht. Wichtig ist, dass ein eigenes Wallet und verschiedene Zahlungsmöglichkeiten vorhanden sind. Außerdem sollten die Gebühren für das Bitcoin-Konto so gering wie möglich sein.

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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