Mehrheit des Mittelstands erwartet Zahlungsausfälle bei seinen Kunden
Die Mehrheit der mittelständischen Unternehmen in Deutschland erwartet Zahlungsausfälle bei den eigenen Kunden. So beschäftigen sich über zwei Drittel der Unternehmen in diesen wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten vor allem mit den Bonitätsrisiken inländischer und ausländischer Abnehmer. Das ist ein Ergebnis einer repräsentativen Befragung von 200 Unternehmen, die die Deutsche Bank veröffentlicht hat. Laut Umfrage sind zudem 93 Prozent aller Unternehmen mit Liquiditätsmanagement davon überzeugt, dass dieses in dieser Wirtschaftskrise wichtiger denn je ist. Dennoch verzichtet jedes fünfte Unternehmen in Deutschland auf das systematische Managen der Liquidität. Von den Unternehmen, die ihre Finanzen bereits systematisch managen, wird gut ein Drittel aufgrund der Krise sein Liquiditätsmanagement weiterentwickeln, wobei eine bessere und schnellere Informationsaufbereitung im Fokus stehen soll.
"Die Finanzkrise hat den mittelständischen Unternehmen in Deutschland vor Augen geführt, wie wichtig ein systematisches Management ihrer Liquidität ist. Die Umfrage-Ergebnisse zeigen anschaulich, dass der Mittelstand von einer steigenden Bedeutung des Liquiditätsmanagements ausgeht. Erstaunlich ist, dass trotz der großen wirtschaftlichen Herausforderungen noch immer Unternehmen auf ein Liquiditätsmanagement ganz verzichten. Hier besteht dringender Handlungsbedarf, denn besonders in Krisenzeiten ist ein systematisches Liquiditätsmanagement die beste Lebensversicherung für jedes Unternehmen", so Ulrich Schürenkrämer, Mitglied der Geschäftsleitung Firmenkunden Deutschland der Deutschen Bank.
Die Umfrage legt zudem dar, dass für nahezu jedes Unternehmen Liquiditätsmanagement in Zukunft sogar noch weiter an Bedeutung gewinnen wird (87 Prozent). Auch dass die zeitliche Planung von Krediten wichtiger Bestandteil des Liquiditätsmanagements ist (76 Prozent) und dass Liquiditätsmanagement schon so manche Krise im Unternehmen verhindert hat, trifft bei Unternehmen mit Liquiditätsmanagement mehrheitlich auf Zustimmung (72 Prozent).
"Gerade in einer Krise sind für ein Unternehmen rechtzeitige und vollständige Informationen über die eigene Finanzlage von entscheidender Bedeutung. Dies gilt sowohl für die Zahlungsströme innerhalb eines Unternehmens als auch für Risiken im Zusammenhang mit Lieferanten und Abnehmern. Vollständige und schnell verfügbare Informationen sowie ein effektives Management der Zahlungsströme sind daher unerlässliche Voraussetzungen, um die im Unternehmen vorhandene Liquidität effizient nutzen zu können sowie die Risikosteuerung der Abnehmer- und Lieferantenverbindungen zu optimieren", ergänzt Reinhard E. Uhl, Deutschland-Leiter des Global Transaction Bankings der Deutschen Bank.
Als mögliche Liquiditätsrisiken werden von den Unternehmen am häufigsten die Bonität inländischer Abnehmer (69 Prozent) genannt, gefolgt von kurzfristigen Liquiditätsrisiken (53 Prozent). Trotz der zugeschriebenen großen Bedeutung ist ein systematisches Liquiditätsmanagement noch nicht durchgängig vorhanden: Erst 77 Prozent der Unternehmen verfügen über ein Liquiditätsmanagement. In großen Unternehmen gibt es häufiger ein Liquiditätsmanagement als in kleinen Unternehmen (88 Prozent vs. 66 Prozent).
Die drei Top-Maßnahmen beim Liquiditätsmanagement sind aus Sicht der Mittelständler die Einrichtung eines Forderungsmanagements (85 Prozent), die Sicherstellung von Liquiditätsreserven sowie die Identifikation von Liquiditätsrisiken (jeweils 84 Prozent). Für das Liquiditätsmanagement ist laut Umfrage in größeren Unternehmen mehrheitlich der Bereich Finanzen verantwortlich (65 Prozent), in kleineren die Geschäftsführung (52 Prozent).
Quelle: Pressemeldung Deutsche Bank AG
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